Forschungsgruppe: Über uns

Brasilien war im 19. und frühen 20. Jahrhundert für zahlreiche deutschsprachige Menschen ein attraktives Auswanderungsziel. Insbesondere in den südlichsten Regionen Brasiliens haben sich Menschen aus verschiedenen deutschsprachigen Gebieten angesiedelt. Noch heute hat sich bei den Nachkommen die deutsche Sprache in vielen Varietäten erhalten: Oberdeutsche (Bairisch in Santa Catarina), mitteldeutsche ("Hunsrückisch", Sächsisch-Oberschlesisch) und niederdeutsche Varietäten (Pommerisch, Westfälisch) werden noch heute tradiert, und auch standardsprachliche Strukturen lassen sich vorfinden. Gleichzeitig handelt es sich um spezifisch brasilianische Varietäten, die durch den Sprachkontakt zu anderen Sprachen in Brasilien, insbesondere Portugiesisch, und den Kontakt mit anderen deutschsprachigen Varietäten geprägt sind. Am Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stehen insbesondere Varietäten im Fokus, die durch die Auswanderung aus Nord- und Südböhmen in Brasilien gesprochen werden - oder im Ausgleich mit anderen Sprachen und Varietäten nach und nach ersetzt wurden und werden. In diesem Bereich entstehen am Lehrstuhl und in Kooperation mit Partnerinstituten in Brasilien Forschungsarbeiten.

Die hier vorliegenden Seiten präsentieren eine Datenerhebung, die im Rahmen dieser Forschungsarbeiten stattfand. Germanistische und romanistische Sprachwissenschaft organisierten 2019 gemeinsam eine Studienreise mit Datenerhebung in Südbrasilien. Eine Gruppe aus elf Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt aus den Fachbereichen Germanistik, Lateinamerikastudien, Psychologie und dem vom Zentralinstitut für Lateinamerikastudien angebotenen Masterstudiengang „Conflict, Memory and Peace“ nahm an einer 12-tägigen Studienreise in den Süden Brasiliens teil. Im Rahmen der Reise wurden gemeinsam mit brasilianischen Kommilitoninnen und Kommilitonen der Bundesuniversität Rio Grande do Sul, der UFRGS (Universidade Federal do Rio Grande do Sul) und drei betreuenden Dozierenden aus den Fachgebieten Germanistik und Romanistik Datenerhebungen an drei Ortspunkten durchgeführt. Weiterhin wurde auch die Bundesuniversität Pelotas (UFPEL) besucht.